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letzte Änderung:
2013-07-29 18:17

Umwelt

Verkehrsvermeidung, 2008-12-14

Neulich wurde im Fernsehen informiert, dass bei Tomaten, die Tausende Kilometer durch Europa gekarrt werden, der Anteil der Transportkosten am Regalpreis 1% beträgt. Warum wird da ständig von den Speditionsunternehmen geklagt, dass die Kosten so hoch seien? Völliger Unsinn! Die Transportkosten sind um Größenordnungen zu niedrig! Leider steigen sie auch nicht proportional mit der Entfernung, sonst wären spanische Tomaten immer viel teurer als solche hier aus NRW oder aus dem niederländischen bzw. belgischen Grenzgebiet. Genau das, Förderung der jeweils regionalen Produkte, würde aber zu einer starken Verringerung des vermeidbaren, nein völlig überflüssigen Verkehrs führen.

Das gilt nicht nur für Gemüse, sondern auch für andere Produkte. Weil die Transportkosten zu gering sind, werden auch die geringwertigsten Güter um die halbe Welt gekarrt, man denke nur an das minderwertige Spielzeug und Werkzeug aus China. Bei entsprechend hohen Transportkosten hätten europäische Unternehmen auch wieder die Chance, für den heimischen Markt zu vertretbaren Preisen zu produzieren. Das täte dem Arbeitsmarkt durchaus gut.

Für hochwertige Produkte, z. B. Spezialitäten wie teurer Käse, Champagner oder gute technische Waren würden auch 10-fach höhere Transportkosten kein Problem darstellen, ja selbst die Tomate aus Spanien würde nur um 9% teurer. Was spricht also dagegen, den Transport mit Bezug auf die Ökologie zu besteuern. Wenn das nicht schon außerhalb Europas geschieht, dann wird das eben an der Grenze der EU nachgeholt. Es mag Menschen geben, die das Protektionismus nennen, aber das hieße ja nur die Abschottung des eigenen Markts gegenüber Produkten aus anderen Ländern. Hier beruht das aber auf Gegenseitigkeit, d. h. jeder Markt soll sich zunächst selbst versorgen, bei besonderen Produkten dagegen findet ein Austausch durchaus statt. Vielleicht würde auf diese Weise auch das Überschwemmen afrikanischer Märkte mit subventionierten europäischen Agrarprodukten abnehmen.

Behältersteuer, 2008-10-21

Schon wieder eine neue Steuer? Ja, ich fände eine Behältersteuer nicht schlecht, die bei der Produktion von Behältern anfällt. Diese sollte von der Größe des Behälters oder von seinem Gewicht abhängen, nicht aber davon, wofür er verwendet wird. Das bedeutet, dass sie bei einem Einwegbehälter auf den Verkaufspreis aufgeschlagen werden muss, bei einem Mehrwegbehälter aber kaum ins Gewicht fällt. Bei einer Mehrweg-Glasflasche, die 30mal wieder verwendet wird, fällt also nur 1/30 der Behältersteuer bei jeder Befüllung an.

Auch auf Putzeimer, Getränkekartons, Joghurtbecher und Milchschläuche würde die Behältersteuer anfallen, aber wegen des unterschiedlichen Gewichts in unterschiedlicher Höhe. So wird ein Behälter, der mit wenig Material hergestellt werden kann, auch nur wenig belastet. Bei Waren wie Putzeimern wird dagegen Qualität besonders belohnt, also Nachhaltigkeit, denn wenn ich den viele Jahre lang nutze, ist mir die Behältersteuer auf diese lange Zeit umgelegt relativ egal. Beim Joghurtbehältnis wird der Mehrweg-Glasbehälter gefördert gegenüber der Wegwerfmentalität des Plastikbechers.